Urner Landammänner aus Flüelen
Müller Josef
1894-1968
Landammann 1962-1964

Josef Müller wurde am 14. Juli 1894 als erstes Kind seinen Eltern in Näfels geboren. Nach dem Besuch der Primar- und Sekundarschule in seinem Heimatort wurde er in Rickenbach/Schwyz zum Primarlehrer ausgebildet. Nach der ersten Schulpraxis im sankt-gallischen Goldingen wurde er 1915 als Oberlehrer der Primarschule in Flüelen gewählt. Während 42 Jahren, bis in den Eintritt in den Regierungsrat, übter im Hafendorf den Lehrerberuf aus. Nebst dem Streben um eine gute Erziehung setzte er sich um eine soziale Gerechtigkeit ein. Er war Mitbegründer des Kindergartens, der Volksbibliothek Flüelen, der Arbeiterseelsorge und 15 Jahre lang Redaktor des "Urner Wochenblatts". 1953 wurde Josef Müller als erster Vertreter der christlich-sozialen Parteigruppe in die oberste Exekutive des Kantons Uri gewählt. Von 1964 bis 1968 amtete er als Präsident des Erziehungsrates. In Anerkennung seiner unermüdlichen Tätigkeit im Dienste des Kantons Uri verlieh ihm dieser das Ehrenbürgerrecht. Josef Müller starb am Abend des 3. Septembers 1968.

Regierungsrat: 1953-1968 

Lit: Konkordia-Zeitung, 11/1969.


Arnold Franz
1897-1984
Landammann 1944-1946; 1948-1950.

Franz Arnold wurde am 21. August 1897 als
Sohn des Johann, Inhabers des Sand- und Kiesunternehmen am Urner- und Genfersee, geboren. Er absolvierte sechs Primarklassen in seinem Heimatdorf Flüelen und zwei Gymnasialjahre im Kollegium Sarnen. Früh begann für ihn die eigentliche Lebensschule. Die Mitarbeit im Unternehmen am Lac Léman brachte Geschäftserfahrung und die Begegnung mit der französischen Sprache und Lebensart. Verheiratet mit Lina Beeler aus Ingenbohl übernahm Franz Arnold 1922 die Geschäftsleitung der Firma Arnold, Aschwanden & Co. in Flüelen. In der Führung des Geschäfts sowie in der Politik kamen seine typischen Eigenschaften in Einsatz: Humor, träfe Sprüche, Ruhe und Verständnis für menschliche Schwächen. Grübeln und Theoretisieren lagen ihm nicht und galten ihm nicht viel. Ein schwerer Schicksalschlag traf ihn, als sein Sohn Franz Sepp am 4. März 1974, erst 41-jährig mitten im Umbruch der Firma von seiner grossen Familie hinweg sterben musste. Franz Arnold starb am Stephanstag 1984.

1828-1936: Gemeindepräsident 
1936-1958: Regierungsrat
1947-1963: Nationalrat

Lit: Gedenkschrift Franz Arnold-Beeler - Flüelen 1897-1984; Flüelen 1984.


Zgraggen Franz Xaver
1802-1896
Landammann 1846-1847

Franz Xaver Zgraggen wurde am 26. Februar 1802 als Sohn von Josef Maria Zgraggen geboren. Er betrieb zuerst eine Buchdruckerei in Flüelen. Im Jahre 1826 heiratete er Theresia Curti. Nach der Auflösung des Sonderbundes erfolgte die Absetzung der Regierung; Zgraggen wurde jedoch wiederum an die Spitze der Urner Regierung gewählt und gehörte dem Regierungsrat bis 1881 an. Zgraggen setzte sich für die Regelung der Kantonsfinanzen und die Verbesserung des Verkehrswesens ein. Er blieb Besitzer des Schloss Rudenz. Er baute vor allem den Postverkehr über den Gotthard mittels Eilpostkursen aus. Franz Xaver Zgraggen starb am 16. März 1896.

1839-1882 Landrat
1842-1845 Landesstatthalter
1850-1881 Regierungsrat

Wappen: geviertelt; 1. und 4. Viertel in Blau goldener Halbmond und Stern; 2. und 3. Viertel in Gold schwarze Dohle über grünem Dreiberg.

Lit: Gisler Friedrich, Wappen und Siegel der Landammänner von Uri, Sonderdruck aus dem Schweizer Archiv für Heraldik, Basel 1937-45, S. 113; Historisch-Biografisches Lexikon, Band 7, S. 650.

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Zgraggen Josef Maria
1772-1844
Landammann 1825-1829

Josef Maria Zgraggen wurde am 15. März 1772 als Sohn des Johann Josef und der Klara Ziegler in Silenen geboren. In der Helvetik ernannte die Verwaltungskammer der Waldstätte Zgraggen zum Säckelmeister und Verwalter des Distrikts Uri und übertrug ihm den ledig gewordenen Zolldienst in Flüelen.Am 24. November 1799 heiratete er Margaritha Zwyssig. Zu Flüelen besass Zgraggen das Schlösschen Rudenz und das alte Gasthaus zum Ochsen. In seinem Präsidium wurde der Bau der Gotthardstrasse begonnen und vollendet (1827-1830). Sohn Franz Xaver war ebenfalls Urner Landammann. Zgraggen starb am 28. Januar 1844 in Flüelen.

1808-1821 Landessäckelmeister
1821-1825 Landesstatthalter
1825-1832, 1838-1839 Tagsatzungsgesandter

Wappen: geviertelt; 1. und 4. Viertel in Blau goldener Halbmond und Stern; 2. und 3. Viertel in Gold schwarze Dohle über grünem Dreiberg.

Lit: Gisler Friedrich, Wappen und Siegel der Landammänner von Uri, Sonderdruck aus dem Schweizer Archiv für Heraldik, Basel 1937-45, S. 108 f.; Historisch-Biografisches Lexikon, Band 7, S. 650. 

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Epp Johann Joachim
1694-1757
Landammann 1752-1754

Johann Joachim Epp wurde am 28. Februar 1694 als Sohn des Johann Joachim und der Apollonia Planzer geboren. Epp besass in Flüelen das Schlösschen Rudenz. Er und einige seiner Nachkommen nannten sich deshalb auch "von Rudenz". Am 6. Februar 1719 verheiratete er sich mit Anna Maria Imhof, Tochter des Johann Karl und der Barbara Megnet. Sein Sohn Karl Anton Maria zog Ende des Jahrhunderts nach Altdorf. Die Linie stellte in der Folge noch zwei Landammänner (Dominik Epp, 1815-1817; Dominik Epp II., 1870-1874).

1721-1735 Zoller in Flüelen
1736-1737 Landvogt im Thurgau
1750-1755 Tagsatzungsgesandter
1750-1751 Landesstatthalter

Wappen: Johann Joachim Epp führte eine Rundsiegel mit einem Lamm, welches über drei Fusskugeln schreitet und eine Kirchenfahne schultert.

Lit: Gisler Friedrich, Wappen und Siegel der Landammänner von Uri, Sonderdruck aus dem Schweizer Archiv für Heraldik, Basel 1937-45, S. 85 f.; Historisch-Biografisches Lexikon, Band 3, S. 47 f.

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