Aus der guten alten Zeit
Nachtwächter
Der Nachtwächter rief in Flüelen bis anfangs der 1880er-Jahre nachts die Stunden. Er trat im Winter um 20 Uhr und im Sommer um 21 Uhr seine Runde an. Sein erster Ruf hatte folgenden Wortlaut:

"Losit was will ich ich sägä,
die Gloggä het nini gschlagä, nini gschlagä!
Sorget wohl zu Fier und Liecht,
dass Is Gott und Mariä bhüet!
Ich gah jetzt auf die Wacht
Und winsch' Euch allen ä gueti Nacht!"

Der Nachtwächter fügte oft einen kürzeren oder längeren Vers bei, in welchem er in der Nähe wohnende Behördenmitglieder und Dorf-Persönlichkeiten eine ganz besonders geruhsame Nacht wünschte.
An Weihnachten und an den übrigen hohen Festtagen lautete der Morgenruf des Nachtwächters:

"Steht auf im Namen unseres Herrn Jesu Christ!
Der heilige Tag, der alles vermag;
Gott geb' uns heut' allen ä guete Tag."


Literatur:
Müller Robert, Flüelen - seine Geschichte und Entwicklung, S. 25.

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