Haus zum Ochsen

Der Gasthof Ochsen wird 1546 erstmals erwähnt. Im Jahre 1760 wurde das Gasthaus vom Kreuzwirt Landvogt Franz Anton Maria Zwyssig und seiner Gemahlin Margaritha Pfyffer von Altishofen erworben, welche das Gasthaus in einen Patriziersitz umwandelten. 1809 erfolgten weitere Erneuerungen und um 1880 wurden die Fassaden umgestaltet. Dabei wurde auch die Freitreppe an der Ochsengasse zum Vorderhaus geschlagen. Mit gegen 15 Metern Giebelbreite und 21 Meter Gebäudetiefe ist der "Ochsen" ein Haus von ungewöhnlich grossen Grundrissdimensionen. Das hohe Erdgeschoss diente als Rossstall.
Tunnelbauer Louis Favre erliegt am 19. Juli 1879 im Gotthardtunnel einem Schlaganfall. Die Leiche wird nach Flüelen gebracht, wo sie in der Stube des "Ochsen" aufbewahrt wird.

Im Mätteli gegenüber dem Ochsen stand das "Wäschhüsli". Das Gebäude bestand aus einem einzigen Raum. Das Ziegeldach ruhte auf Pfosten, damit der Rauch und der Dampf ungehindert abziehen konnte. Auf dem Boden aus Steinplatten stand ein grosser Waschkessel, der mit Holzscheiten geheizt wurde. Im Raum befand sich auch ein länglicher Trog, in welchem die Wäsche gespült wurde. . Mitten im Raum stand ein grosser Holzzuber, welcher zum Einweichen und Spülen der Wäsche diente. Um die Wäschestücke aus dem kochenden Wasser zu ziehen, benutzte man lange Holzstangen. 

Besitzer
1546 Claus Buggli
1570 Hans Rutsch, genannt "Bumerli", musste um 1570 der Pfarrkirche Silenen einen "Krayenplaphart" ab seiner Wirtschaft zum Ochsen zinsen. Hans Rutsch und dessen Vater stammen aus der Leventina und wurden 1536 als Landleute zu Uri aufgenommen.
1608-1612 Martin Lusser
1630 Hans und Landvogt Heinrich Megnet
1650 Johann Carl Trösch
1678-88 Landammann Carl Franz Schmid
1688 Ratsherr Andreas Megnet
1700 Johann Carl Imhof
1727 Johann Joachim Epp
1760 Die Epp von Rudenz verkaufen das Gasthaus dem Landesstatthalter, Zoller und Alt Landvogt Franz Anton Zwyssig (dieser war auch Besitzer des Weissen Kreuzes); Margareta Zwyssig, Tochter von Franz Anton Zwyssig, verehelicht sich mit dem Landammann Josef Maria Zgraggen; durch Erbschaft kommt der Ochsen sodann in den Besitz deren Tochter Anna, diese verehelicht sich mit Karl Franz Arnold zum Weissen Kreuz.
1931 Die Nachkommen von Anna und Karl Franz Arnold verkaufen den Ochsen dem Gemeindepräsidenten Josef Baumann.
2005 Kauf durch die Gemeinde Flüelen


Literatur
Gasser Helmi, Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band 2, S. 124 f
.; Garnin-Inderbitzin Pia, Haus zum Ochsen, 1978.

Fotos:
© Rolf Gisler-Jauch, Altdorf


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© Gemeinde Flüelen / Phideau & Fido
www.fluelen.ch / 22.1.2002