| Waldwirtschaft | ||||||||||||
| Der Flüeler Bannwald wurde schon früh
unter Bann gestellt (1382). Der Bann
umschloss das Gebiet vom Ottenbach (Bach, der südlich der Liegenschaft Getschwili
zu Tal fliesst) zur Fluh der Planzern und hinüber zum Urmis. Die Flüeler
Bürger verlangten dereinst selbst einhellig und dringlich diesen
Waldbannbrief vom damaligen Landammann zu Uri, Konrad der Frauen. Die
Vorschriften waren eng beschrieben und die Bussen für Fehlende genügend
spürbar, auch für die Eigenwald-Besitzer. Erlaubt war das Schneiden
eines Bergstockes und Mitnehmen eines Meyenstrausses. Zudem verbot auch
die Gruonwald-Verordnung den Holztransport
ins Tal. Ein Problem der Waldbewirtschaftung lag in der bis gegen Ende des 19. Jh. fehlenden Wald-Weide-Ausscheidung. Der Weidgang liess eine natürliche Verjüngung des Waldes nicht zu. Ferner tat man sich sehr schwer, eine geordnete, von den Behörden überwachte und kontrollierte Holzerei durchzusetzen. Durch die Streue- und Nätschnutzung wurde der Baumbestand tief gehalten. Die mangelhafte Waldbewirtschaftung wurde nach dem Inkrafttreten des eidgenössischen Forstgesetzes (1876) und durch den Bau der Gotthardbahn und der damit verbundenen Gruonbachverbauung (um 1880) offensichtlich. Alsbald setzten Massnahmen für eine geregelte Waldwirtschaft ein. Geschultes Forstpersonal (Revierförster, Forstingenieure) nahmen ihre Arbeit auf. 1899 erschien der erste Waldwirtschaftsplan, der vom Kantonsoberförster Jauch erarbeitet worden war und den Hiebsatz auf Jahre hinaus verbindlich festlegte. 1929 legte Kantonsoberförster Max Oechslin den zweiten Waldwirtschaftsplan vor. Auf Grund all dieser Bemühungen machte die Wald- und Weideausscheidung grosse Fortschritte. Massive Schutzvorrichtungen entstanden, und der Wald konnte sich in weiten Gebieten erholen. |
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![]() Sägerei am Gruonbach (Staatsarchiv Uri, Sammlung Graphica 10.02-N-3050) |
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Holz war einst der Grundstoff, mit dem
nicht nur gebaut und geheizt worden ist, sondern aus welchem die Dinge des
täglichen Gebrauchs gefertigt worden sind. Die Herstellung von Ziegeln
und das Kalkbrennen brauchte grosse Mengen Holz. Mit der Dampfschifffahrt
nahm der Bedarf nochmals zu. Der
Holzbedarf für die Gewerbebetriebe konnte somit nicht aus der eigenen
Gemeinde gedeckt werden. Das
Holz kaufte und bezog man aus dem Schächental, von Seedorf und hauptsächlich
von Attinghausen. Die wirtschaftliche Bedeutung des Holzes und des Waldes ist mit dem Aufkommen immer neuer Stoffe deutlich zurück gegangen. Früher wurde im Urner Wald das Holz meistens über Reistwege und Runsen ins Tal hinunter gelassen. Heute wird das Holz mit dem Lastwagen oder mit dem Helikopter zu Tal gebracht. In den Siebzigerjahren des
20. Jahrhunderts war die Waldwirtschaft durch eine schwache Nachfrage nach Holz und demzufolge
durch schlechte Holzerlöse gekennzeichnet. Die Situation wurde in der
Gemeinde Flüelen durch weitere Faktoren verschlechtert. Es waren dies:
Korporationsbürgergemeinde
Flüelen |
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| Literatur: Gerig Georg, Der Urner Wald, Handbuch für die Schule, ED Uri 1994. Müller Franz, Karl Ziegler, Für die Turmkugel etwas aus der Tätigkeit des Bürgerrates von gestern, heute und morgen, Flüelen 1977. |
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Übersicht: www.fluelen.ch Letzte Aktualisierung: 10.2.2002 © Gemeinde Flüelen / Phideau & Fido |