Heinrich Danioth (1896-1953)
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Heinrich Danioth, Urnersee-Landschaft mit Flüelen, 1948,
Öl auf Leinwand, 70 x 95 cm; Werkverzeichnis 48.1; Privatbesitz

Heinrich Danioth wurde am 1. Mai 1896 in Altdorf geboren. Mit der künstlerischen Grundausbildung, welche er sich in Basel erwarb, begann er 1916 als freier Künstler im eigenen Atelier im Vaterhaus in Altdorf zu arbeiten. Im Sommer 1925 begegnete Heinrich Danioth dem deutschen Expressionisten August Babberger (1885 - 1936), der - durch seine Heirat mit Uri verbunden - seit 1916 alljährlich seine Ferien auf dem Klausenpass verbrachte. 1925 übersiedelte Heinrich Danioth - auf Einladung Babbergers - als dessen Meisterschüler an die badische Landeskunstschule nach Karlsruhe."Gierig nahm er Babbergers Lehren in sich auf, und exerzierte sie bis zum Exzess durch. Dieses Kunststudium gab seinem Kunstschaffen eine entscheidende Wendung. 1927 schuf er nach der Rückkehr in die Schweiz seine ersten Wandbilder im Tellspielhaus in Altdorf. Wie ein jäher Föhnsturm drang damit der Expressionismus ins traditionalistische Uri ein. Die formale Beeinflussung durch Babberger war so extrem, dass sie für Heinrich Danioth über längere Zeit zu einer zwanghaften Belastung wurde, aus der er sich in jahrelangen Bemühungen wieder zu befreien suchte."(*)
Im Jahre 1929 nahm Danioth Wohnsitz in Flüelen und baute 1932 am Urnersee sein eigenes Haus im Geiste des "modernen Bauens" - Sichtbeton, mit Flachdach, mit durchgehenden Räumen, ohne Türen im Innern - wodurch er die Gemüter seiner Mitbürger nachhaltig erregte. Hier wirkte er bis zu seinem Tod am 3. November 1953. In Flüelen entstanden Heinrich Danioths reifste Werke. In seinem Wohnort ist auch eines seiner schönsten Wandbilder zu bewundern: die bekannte "Föhnwacht" im Wartesaal des SBB-Bahnhofes.

Heinrich Danioth als Dichter
Danioth-Pavillon, Kunsthaus Uri


Quellen: Iten Karl, Heinrich Danioth - Leben und Werk, in: Bulletin Seedamm-Kulturzentrum 36, 1996 (*).
Literatur: Iten Karl / Danioth-Ring (Hg.), Heinrich Danioth, eine Monographie in drei Bänden, Zürich 1973.
Kontaktadresse: Danioth-Ring, Kunst- und Kulturverein Uri; Haus für Kunst Uri; Herrengasse 10, 6460 Altdorf.

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