| Geschichte der Dampfschiffahrt |
![]() © Staatsarchiv Uri, Sammlung Graphica 11.02-N-431 |
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1832
erklärte die Urner Regierung, sie habe "hinsichtlich der Errichtung
eines Dampfschiffes auf dem Vierwaldstätteresee sorgfältige Berechnung
aufnehmen lassen, aus welchen sich ergeben habe, dass der ganze Transit
auf dem See mit Inbegriff seiner sämtlichen Gestade nicht hinreichen würde,
um die Existenz eines Dampfschiffes auf demselben zu sichern." 1833
verdienten 75 Flüeler entweder auf eigene Rechnung oder als Angestellte
ihr Brot in der Schifffahrt (1812: 61, 1826: 64). In
Luzern gründete 1835 der aus dem Elsass stammende Kaufmann Casimir
Friedrich Knörr mit einem Aktienkapital von 100'000 Franken eine
"Aktiengesellschaft behufs Errichtung eines Dampfschiffes auf dem
Vierwaldstättersee". Gleichzeitig ersuchte er die Luzerner Regierung
um die Bewilligung und Gewährung der notwendigen Privilegien. Die
Luzerner Regierung gab die Erlaubnis und stellte gleich ein
Konkurrenzverbot für sechs Jahre in Aussicht. Die
Dampfschiffahrtsgesellschaft erhielt zudem das Recht und die Pflicht, alle
Transitwaren und Personen, welche das Dampfschiff benutzen wollen, von
Luzern aus an alle Gestade zu führen. Zwei
Jahre später trat das Dampfschiff Stadt Luzern seine Eröffnungsfahrt an.
Das von Escher Wyss gebaute Eindeckschiff, 32 Meter lang und 6 Meter
breit, besass eine
Maschinenstärke von 40 PS. Es hatte zudem einen Mastbaum damit bei günstigem
Wind zusätzlich die Segel gesetzt werden konnten. Der Schiffskessel wurde
mit Tannen- und Buchenholz geheizt und brauchte für die 41 km lange
Strecke von Luzern nach Flüelen eindreiviertel Klafter Holz. Das
Dampfschiff erforderte eine neunköpfige Besatzung und konnte 300 Personen
nebst 10 Tonnen Gütern auf einmal befördern. Für die Strecke Luzern-Flüelen
benötigte das Schiff zweieinhalb Stunden. Ein gewaltiger Fortschritt: Die
Rudernauen waren normalerweise neun Stunden auf Fahrt. Nach
nur dreistündiger Fahrt erreichte das Dampfschiff Stadt Luzern auf seiner
Jungfernfahrt den Hafenort Flüelen. Die „Luzerner Zeitung“
berichtete: "In Flüelen vollends stieg die Freude und das Erstaunen
der uns Luzernern noch näher verbundenen Bevölkerung von Uri. Dem
Kanonendonner der 'Stadt Luzern' antwortet der Kanonendonner am Gestade
des Vaterlandes von Wilhelm Tell, und hoch hinauf in den kahlen Felsenwänden
des erstaunten Gotthards widerhallte das Echo". Daraufhin schritt man
zum Festmahle in Altdorf und feierte tüchtig den Einzug der neuen Technik
auf dem Vierwaldstättersee. Die
anfänglichen Streitigkeiten über den Standort des Landungsplatzes
konnten alsbald gelöst werden, indem schliesslich auf Kosten der
Dampfschiffahrtsgesellschaft in der Nähe der heutigen Schifflände eine
weit in den See hinausführende Holzbrücke angelegt wurde. 1846
gründete der Urner Ingenieur Karl Emanuel Müller die
Postdampfschifffahrtsgesellschaft. Er konnte mit den Regierungen von Uri
und Luzern einen Konzessionsvertrag abschliessen, der seiner Gesellschaft
den Posttransport zusprach. Mitten in den Sonderbundswirren fand 1847 die
Probefahrt des "Waldstätters", des ersten Dampfers der
Postschiffahrtsgesellschaft statt. Ein Jahr nach der Gründung des
Bundesstaates hob das Bundesgesetz über den freien Verkehr auf der
Wasserstrasse Luzern-Flüelen alle Schiffahrtsrechte auf und ebnete - nach
jahrelangem harten Korrurenzkampf - den Weg zu einer Verständigung
zwischen den beiden Gesellschaften. Man einigte sich auf gleiche Tarife
und einen gemeinsamen Fahrplan. 1869
sclossen sich die beiden Dampfschiffahrtsgesellschaften Knörr und Müller
zur "Vereinigten Dampfschiffgesellschaft des Vierwaldstättersees"
zusammen. Weitere Zusammenschlüsse folgen, dass schliesslich nur noch die
"Schiffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees" (Name seit
1960) verblieb. |
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![]() © Staatsarchiv Uri, Sammlung Graphica 11.01-N-423 |
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Literatur: Fryberg Stefan, Verkehrswege in Uri - Der Urnersee, Altdorf 1993; |
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